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BdV hilft!

Auf die Bücher, fertig, los!

Auf die Bücher, fertig, los!

 10.07.2015  BdV hilft!  0 Kommentare  Claudia Frenz

Der Urlaub kommt! In Nordrhein-Westfalen haben die Sommerferien schon begonnen. Endlich Zeit für die schönen Dinge im Leben. Auch die BdV-Blogger sehen das so und lassen Versicherungen mal Versicherungen sein. Aber Tipps gibt‘s natürlich trotzdem von uns: diesmal persönliche Empfehlungen für spannende oder kurzweilige Urlaubslektüre. Man muss es dabei nicht wie Woody Allen halten:

„Ich habe einmal einen Kurs in Schnell-Lesen gemacht und Krieg und
Frieden in zwanzig Minuten gelesen. Es spielt in Russland.“
Woody Allen

 

 

Bianca Boss

Eine Frage wird sich an die Nächste reihen: Woher kommt der Sand? Was ist das für eine Muschel? Warum darf ich nicht in die Dünen gehen? … Gut vorbereitet habe ich daher einen kleinen „Antworten-Helfer“ mit im Gepäck. „Komm, wir gehen an den Strand!“ ist ein Buch aus der Reihe „Was ist was“ und bietet auf einige Fragen nette, kleine und kindgerechte Antworten. Zudem laden bunte Bilder und Aufklappfenster zum Zeitvertreib auf der Autofahrt ein.

Birgit Bondarenko (Autorin), Glöckler, Angela (Ill.): Was ist was mini, Band 13: Komm, wir gehen an den Strand! Tesloff Verl., Nürnberg, 2012, ISBN-13: 978-3788619114, Preis: 7,45 Euro.

 

 

… und wenn meine Kinder ihren Wissensdurst gelöscht haben, werde ich mich in eigener Sache etwas Blutrünstigerem widmen:

„Die Puppenmacherin“ – ein Psychothriller von Max Bentow wird mich im Urlaub begleiten. 

Max Bentow: Die Puppenmacherin: ein Fall für Nils Trojan, Verl. Page & Turner, 2012, 384 S., ISBN-13: 978-3442204045, 14,99 Euro.


Christian Gülich

Der britische Autor möchte eine eindringliche Momentaufnahme urbanen Lebens schaffen, die Themen wie Finanzkrise, Gentrifizierung, Kunstbetrieb, Migration und islamischen Fundamentalismus aufgreift. Er schildert das multikulturelle London der Pepys Road und ihrer äußerst unterschiedlichen Einwohner. Im Zentrum stehen der erfolgreiche, aber dennoch nicht glückliche Banker Roger Young und seine Familie. Young wird vom Bankencrash überrascht, die Krise erweist sich letztlich aber als Katharsis, die seinem Leben einen neuen Sinn verleiht. Daneben begegnet der Leser einem Fußballclub-Manager und einer reichen Witwe, einem pakistanischem Kioskbesitzer und einem ungarischen Kindermädchen, die in dieser Erzählung über Geld und Gier, Angst und Ambition alle gleichermaßen mit inniger Anteilnahme und ohne Verurteilung dargestellt werden.

John Lanchester - Das Kapital. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012, 682 S., ISBN-10: 3608939857, Preis: 24,95 Euro.


Claudia Frenz  

Eigentlich wollte ich keinen Krimi als Urlaubslektüre empfehlen. Aber um diesen hier bin ich dann doch nicht herumgekommen: „Die Springflut“.

Augensammler, Mädchenfänger oder andere perverse Mörder sind nicht so meins. Lieber mag ich Krimis, bei denen die Protagonisten auch noch ein Privatleben haben.

In der „Springflut“ gibt es gleich mehrere davon. Eine ist Olivia Rönning, angehende Polizistin mit leichtem Silberblick, die sich als Semesterarbeit einen alten, ungelösten Fall anschauen soll. Er führt auf eine Insel vor der schwedischen Westküste, auf der 1987 eine schwangere Frau ertränkt wurde – eingegraben in den Meeresboden. Den Fall hat seinerzeit Tom Stilton, bearbeitet, der mittlerweile den Dienst quittiert hat und seitdem als Obdachloser in Stockholm sein Dasein fristet.

Die Autoren Cilla und Rolf Börjlind zählen zu Schwedens bekanntesten Drehbuchschreibern für TV und Kino. Kein Wunder also, dass auch ihr Roman-Debüt drehbuchreif und entsprechend spannend ist. Verschiedene Handlungsstränge verweben sie zu einem Pageturner, der zeitgemäße Themen nicht ausspart – etwa Ausbeutung von Dritte-Welt-Ländern, Obdachlosigkeit oder Jugendkriminalität.

Ein wirklich kurzweiliges und bis zum Schluss spannendes Lesevergnügen mit überraschender Auflösung.

Schade, dass ich das Buch bereits gelesen habe. Aber: es gibt bereits die Fortsetzung um Olivia Rönning und Tom Stilton. „Die dritte Stimme“. Raten Sie mal, was ich mit in den Urlaub nehmen werde?

Cilla Börjlind, Rolf Börjlind: Die Springflut / Olivia Rönning & Tom Stilton Bd. 1, Btb Verlag, München, 2013; 580 S.,ISBN 978-3-442-74820-4, Preis: 9,99 Euro.

 

Und wenn es kein Krimi sein soll? Dann empfehle ich „Ein Mann namens Ove“. Eine rührende Geschichte über eine ungewollte Freundschaft.

Frederik Backman: Ein Mann namens Ove, Verlag Fischer Krüger, ISBN: 978-3-8105-0480-7 , Preis: 18,99 Euro.


Axel Kleinlein

Ich lese viel. Und was ich lese ist auch recht unterschiedlich. Deswegen möchte ich sowohl ein Sachbuch als auch Belletristik empfehlen.

Das Buch „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark ist eine packende Beschreibung der politischen Situation kurz vor dem ersten Weltkrieg. Ein Sachbuch, aber trotzdem spannend und nicht trocken. Man sollte das Buch zügig lesen, um die Zusammenhänge auch gut verfolgen zu können - deshalb ideal für den Urlaub. Lernen durfte ich zum Beispiel, dass der in Sarajewo ermordete Erzherzog Franz Ferdinand ein überraschend moderner Vordenker war. Seine Vision der „Vereinigten Staaten von Groß-Österreich“ lassen den Mord in einem etwas anderen Licht erscheinen als ich es in der Schule lernte. 

Christopher Clark: Die Schlafwandler - wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog. DVA Sachbuch; Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 896 Seiten;
ISBN: 978-3-421-04359-7, Preis: 39,99 Euro.

 

Ganz andere Literatur: Mit den „Hyperion-Gesängen“ hat Dan Simmons schon vor einigen Jahren eines der größten Highlights der Science-Fiction Literatur geschaffen. Ein Space-Opera in der man sich in eine faszinierende Zukunftswelt begibt, die von Raumschiffen und atemberaubender neuer Technik und politischen Intrigen zwischen künstlicher Intelligenz und menschlichen Politikern geprägt ist. Also brillante Science-Fiction, gepaart mit Elementen aus dem klassischen Horror-Genre und damit die ideale Strandlektüre. Eine Fortsetzung gibt es auch. Suchtgefahr!

Dan Simmons: Paperback, Broschur, 1.408 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-52978-6, Preis: 18,99 Euro.


Maria Capdepon

Bei der Frage, welches Buch im Reisegepäck nicht fehlen sollte, war mein erster Gedanke: Das Sparbuch natürlich! Aber Scherz beiseite.

Ich lese im Urlaub gerne Bücher, die nicht allzu kompliziert sind, also eher leichte Kost. In meinem letzten Urlaub habe ich das Buch: „Isch geh Schulhof“ von Philipp Möller gelesen.
Hierbei geht es um einen zweijährigen Erfahrungsbericht an einer Grundschule in einem sozialen Brennpunkt von Berlin. Als Aushilfslehrer erzählt der Diplom Pädagoge Philipp Möller auf humorvolle aber auch erschreckende Art und Weise von seinen Höhen und Tiefen als Quereinsteiger. Er schildert auch die katastrophalen Zustände an den Schulen: Dort trifft er auf völlig überforderte Kollegen und vernachlässigte, hyperaktive Kinder, die teilweise der deutschen Sprache kaum mächtig sind. Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gelesen, aber fühlte mich dennoch unterhalten. Es ist keine Komödie, aber doch lustig geschrieben.

Philipp Möller: Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers, Bastei Lübbe Verl., Köln 2013, 361 S., Preis: 8,99 Euro.

 

Als meine zehnjährige Tochter mitbekommen hat, dass ich ein Buch vorstellen wollte, welches ich in mein Reisegepäck einpacken würde, wollte sie unbedingt auch eine Empfehlung für Kinder aussprechen.

Marta Capdepon (10 Jahre)  

Ich finde, das Buch „Verbotene Welt“ von Isabel Abedi sollte im Reisegepäck nicht fehlen, weil es sehr spannend ist und man sehr viel über Sehenswürdigkeiten der Welt erfährt. Es geht in dem Buch darum, dass ein selbstsüchtiger Mensch die bedeutendsten Gebäude der Welt auf Miniaturgröße zusammenschrumpfen lässt und sie in seinem Keller sammelt.

Die beiden 12-jährigen Kinder Olivia aus Deutschland und Otis aus New York befinden sich im KaDeWe in Berlin, dem größten Warenhaus Europas und in der Freiheitsstatue auf Liberty Island. Beide werden mitsamt den Bauwerken auf Miniaturgröße geschrumpft. Zusammen machen sie sich auf den Weg um einen Ausweg zu finden. 
Für Kinder ab 10 Jahren.

Isabel Abedi: Verbotene Welt, Loewe Verl., Bindlach 2012, 464 S. (auch als Hörbuch), 978-3785575949, 7,95 Euro.


 

Sabine Samel  

 

Shining heißt nun Steam und der kleine Danny ist erwachsen geworden

Mit seinem aktuellen Roman kehrt Stephen King zu den Figuren und Szenen seines Beststeller-Romans aus dem Jahr 1977 zurück: Danny, der kleine Junge mit dem Dreirad aus dem Overlook Hotel, ist zu Daniel Torrance herangewachsen. Aber seine Vergangenheit und den Schatten seines Vaters kann er nur schwer abschütteln. Er ist alkoholsüchtig, wie sein Vater und der Autor King selbst es war. Mithilfe der Anonymen Alkoholiker geht er gegen die Sucht an.
Sein Shining, die paranormalen Fähigkeiten setzt er nun beruflich in einem Hospiz ein. Er begleitet Sterbende in den letzen Stunden, deshalb wird er dort auch Dr. Sleep genannt. Zur selben Zeit ist in Amerika eine Sekte unterwegs, die ein besonderes Lebenselexier sucht: Den letzten Lebenshauch von Menschen, die das Shining besitzen. Das Mädchen Abra hat ein sehr starkes Shining, was auch die mörderische Sekte weiß. Als Daniel Abra retten will …
Es ist nicht der Stephen King, der einem mit seinen Horror-Szenarien vor 35 Jahren beim Leser fast das Blut gefrieren ließ. Es ist eine Geschichte, die auch viel über den Autor und seinen Lebensweg preisgibt. Als Urlaubslektüre absolut zu empfehlen.

Stephen King: Doctor Sleep, 704 Seiten. ISBN 978-3453268555. Heyne Verl., 2013, 12,99 Euro.

 

 

Und noch eine mörderische Sommerlektüre – diesmal aus Frankreich:

Falls Sie Ihren Urlaub in einem gehobenen Hotel auf der französischen Insel Sordou verbringen werden, sollten Sie dieses Buch unbedingt in Ihren Koffer packen. Und falls Sie sich an ganz anderen Orten erholen möchten, nehmen Sie das Buch auch mit. Dann können Sie mit Abstand verfolgen, wie das Ermittlerpaar Antoine und Marine bei den Schönen und Reichen einen Mörder sucht.

Mary L. Longworth: Mord auf der Insel Sordou, 336 Seiten, ISBN 978-3746631271, Aufbau TB Verl., 2015, 9,99 Euro.

 

Edda Castelló

 

Krimifreunde, die in die wunderschöne Landschaft des Périgord in Frankreich fahren, müssen als Urlaubslektüre auf jeden Fall die Krimireihe von Martin Walker "Bruno, Chef de Police" mit im Gepäck haben. Inzwischen gibt es sechs Bücher. Es geht um Wein, Trüffel und gutes Essen - aber auch um politische Themen, wie die Verstrickung Frankreichs in den Indochina- und den Algerien-Krieg.
Mit der Lektüre in der Hand kann man die Schauplätze nacherleben. Den Markt in Sarlat, die Tausende von Jahren alten Höhlenzeichnungen in Lascaux und nicht zuletzt das beschauliche, in Wahrheit sehr friedliche Gebiet entlang der Dordogne mit seinen pittoresken Dörfern und Kleinstädten.

Martin Walker: Provokateure, 432 Seiten, ISBN 978-257-06928-0, Diogenes, 2015, 24,00 Euro.

 

Wir wünschen schöne Urlaubstage und viel Spaß beim Schmökern. Wir halten derweil die Stellung!

Doch bevor es ans Reisen und Lesen geht, noch ein guter Ratschlag von Mark Twain:

„Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern – Sie könnten an einem Druckfehler sterben.“

 


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