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Kleinleins Klartext

Erdrückende Mehrheit für Schwarz-Gelb, AfD Oppositionsführer, SPD unter 10 Prozent

Erdrückende Mehrheit für Schwarz-Gelb, AfD Oppositionsführer, SPD unter 10 Prozent

 20.09.2017  Kleinleins Klartext  0 Kommentare  Axel Kleinlein

Mit einer Mehrheit von über 70 Prozent aller Sitze gewinnt eine CDU/CSU-FDP-Koalition die Wahl. Die Opposition wird dominiert von der AfD, die dann noch gut 14 Prozent der Sitze erringt. SPD und „Die Linke“ werden gemeinsam gerade noch so stark wie die AfD, die Grünen fliegen raus.

So sähe das Parlament aus, würde die Wahl nächsten Sonntag dementsprechend ausgehen, wie die Finanz- und Versicherungsvermittler des AfW wählen. Dies wurde zumindest vom AfW veröffentlicht. Wie ich diese Hochrechnung mit Kollegen diskutiere, sind diese nicht überrascht oder erschrocken. „Die wählen natürlich die Parteien, bei denen sie selbst am meisten profitieren“, erklären mir die Kollegen. „Und natürlich versprechen sich die Versicherungsvertreter von Union, FDP und AfD am meisten und die Vermittler stehen ja auch unter Druck.“

In der Tat sehen sich die Vermittler offenbar getrieben. Sie vermuten, dass die Probleme einen politischen Ursprung hätten. Das drückt sich an vielen Stellen aus. In Diskussionen und Gesprächen, die ich mit Vermittlern führe, spüre ich das auch. Und man sieht es auch in so etwas wie einer Petition, in der Vermittler den Verbraucherschutz direkt angreifen (siehe Kolumne der letzten Woche).

Klar ist: Die Vermittlerschaft steht vor enormen Umwälzungen. Vermutlich stehen tatsächlich mehrere zehntausend Jobs auf der Kippe. Gerne werden dabei die Verbraucherschützer als Sündenböcke genannt. Der Verteidigungsreflex: Wenn in einem Einzelfall einer der Kollegen aus den Verbraucherverbänden, -zentralen und -organisationen einen Fehler macht, dann wird der zu einem Grundsatzproblem hochstilisiert.

Argumentativ getrieben wird diese Haltung natürlich auch von den Versicherungsunternehmen, die das wahre Problem nicht benennen wollen. Es ist ja auch viel einfacher, Verbraucherschützer für die Probleme verantwortlich zu machen, als selbst Verantwortung zu übernehmen. Das Urproblem liegt aber woanders: Es sind die hohen Provisionen, die die Produkte verteuern.
Wer hat denn über Jahrzehnte diese Provisionsexzesse befeuert und bedient? Das waren die Unternehmen selbst, die dieses Spiel stets mitgespielt haben. Wenn es darum geht, neue Marktanteile zu erobern, nimmt ein Versicherer ja üblicherweise nicht den Weg, ein möglichst gutes Produkt zu entwickeln. Sondern er versucht ein Angebot zu stricken, das besonders attraktiv für den Vertrieb ist.

Aber diese Strategie geht jetzt nicht mehr auf. Die Unternehmen wollen selbst runter von den hohen Provisionen. Sie trauen sich jedoch nicht, das bei den Vermittlern durchzusetzen. Und dafür sollen wir vom Verbraucherschutz als Sündenböcke herhalten.

Aber liebe Vermittler, macht euch doch nichts vor. Das Problem ist das ewig gleiche: Die Kosten - und insbesondere die Provisionen – sind zu hoch. Und mittlerweile will euch keiner mehr diese sehr hohen Provisionen gönnen. Auch nicht die Versicherungsunternehmen.

Egal welche Koalition am Schluss an die Macht kommt. Die Versicherungsunternehmen werden sich stärker durchsetzen können, als alle anderen Interessensgruppen. Und wie werden dann die Diskussionen laufen? Im Rahmen der Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) werden erst einmal die Provisionen diskutiert. Und die Politiker werden feststellen, dass der niedrigere Zillmersatz des LVRG herzlich wenig gebracht hat. Und dann wird ein Provisionsdeckel festgeschrieben. Und dann werden die Unternehmen laut schimpfen, dass das ein Zugeständnis an den Verbraucherschutz sei. Aber tatsächlich werden sich die Unternehmen klammheimlich freuen, endlich aus der Provisionsspirale heraus zu kommen. Und Leidtragende sind dann die Vermittler – und auch die einen oder anderen Verbraucher.

Die Politik kann den Vermittlern da nicht viel helfen, da die Politik ja meist den Wünschen der Versicherungsunternehmen folgt. Die goldenen Zeiten des Provisionsvertriebs neigen sich vermutlich dem Ende zu. Zeit wird’s.

PS: Verblüffend, dass sich die Vermittler des AfW sogar mehr von der Linken versprechen, als von den Grünen. Verstehen kann ich das nicht.

 


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