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Kleinleins Klartext

Generali - der gelebte Verrat an den Versicherten

Generali - der gelebte Verrat an den Versicherten

 04.07.2018  Kleinleins Klartext  0 Kommentare  Axel Kleinlein

Die Generali Lebensversicherung AG hat derzeit so einige Probleme. Und die sind so groß, dass sie die Verträge ihrer Kundinnen und Kunden verkaufen. Die werden von einer sogenannten Abwicklungsplattform aufgekauft. Es geht um etwa 4 Millionen Verträge.

Warum macht die Generali das? So richtig klar ist mir das noch nicht. Aber die Lage muss außerordentlich ernst sein. Die Generali steckt offensichtlich in einer existentiellen Notlage. Sonst würde sie sich wohl nicht gegen ihre ureigensten Ziele stellen.

Was sind die Ziele der Generali, die sie jetzt verrät?

Erst einmal ist die Generali ja ein Versicherer. Das heißt ihr Zweck besteht darin, Versicherungsschutz für die Kundinnen und Kunden zu organisieren. Das ist das Kerngeschäft eines Versicherers. Genau das will sie aber zukünftig nicht mehr machen. Sie will sich genau dieser Aufgabe entledigen. Sie will die Verträge verkaufen, damit sich andere darum kümmern, den Versicherungsschutz zu organisieren. Die Generali begeht damit Verrat an der Grundidee, warum sie überhaupt als Versicherung existiert.

Aber man kann sich die Ziele und die Philosophie der Generali auch noch genauer anschauen. Dafür gibt es so etwas wie ein Leitbild und das ist auch öffentlich. Da steht zum Beispiel: „…unser Handeln gilt dem Kerngeschäft von Versicherungen“. Aber genau das gibt sie jetzt auf! Sie kehrt sich ab vom Kerngeschäft der Versicherung, um stattdessen mit den Verträgen zu handeln.

Es wird aber noch krasser

Es wird aber noch krasser: Laut Leitbild geht es der Generali zum Beispiel darum, dass: … verbessern wir das Leben der Menschen proaktiv durch Versicherungen“. Aber was hat die Generali jetzt vor? Sie tut genau das Gegenteil. „Proaktiv“ ist nur, dass sie ohne Mitsprache der betroffenen Versicherten deren Verträge verkaufen will und sich aus der Verantwortung stehlen möchte, weiterhin deren Versicherungsschutz zu organisieren. Noch krasser kann man ein Leitbild nicht verraten.

Geradezu als Hohn klingt dann auch noch das Leitbild mit den Worten: „Wir sorgen uns um die Zukunft und das Leben unserer Kunden“. Tut das die Generali mit dem Verkauf der Verträge? Nein. Sie übergibt die Verträge an eine Abwicklungsplattform, von der schon bekannt ist, dass diese besonders hohe Beschwerdequoten hat und mit IT-Problemen kämpft, wie procontra berichtete.

Im Leitbild der Generali...

Im Leitbild der Generali steht aber nichts von „wir versuchen die Verträge unserer Kunden mit Profit zu verkaufen“ oder „wir wollen beste Lösungen für unsere Aktionäre finden.“ Genau das sind aber die Ziele an denen sich die Generali jetzt mit dem Verkauf anscheinend orientiert. Konfrontiert mit der Kritik am Verkauf äußerte sie letzthin noch:

“Wir wollen dagegen noch einmal betonen, dass wir daran arbeiten, die beste Lösung für alle unsere Stakeholder zu definieren: unsere Kunden, unsere Vertriebe, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre”.

Auf einmal sind die Kundinnen und Kunden nur noch ein Teil der Stakeholder, die irgendwo neben Aktionär*innen, Vertrieb und Mitarbeiter*innen stehen . Es ist ekelig, wie Generali alles über Bord wirft, was Versicherung eigentlich ausmachen sollte.

 

Hintergrund:
Leitbild der Generali

 "Run-Off-Pläne der Generali ein Sündenfall der Lebensversicherung" (Versicherungswirtschaft heute)

 "Run-off-Kritik: Viridium und Athene nehmen Stellung" (procontra)


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