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Versicherungen verstehen

Versicherungsschutz für Familien

Versicherungsschutz für Familien

 15.05.2018  Versicherungen verstehen  0 Kommentare  Julia Alice Böhne

Heute ist der Internationale Tag der Familie. Seit 1993 wird dieser von den Vereinten Nationen eingeführte Gedenktag an jedem 15. Mai begangen, um auf die Bedeutung der Familie aufmerksam zu machen. Sie ist eine der wichtigsten Säulen im Leben und bietet Geborgenheit, Liebe und Sicherheit. Um diese besondere Institution zu schützen, sollten auch die richtigen Versicherungen bestehen. Doch welche Versicherungen sind für Familien besonders wichtig?

 

Unverzichtbar - die Privathaftpflichtversicherung

Eine der wichtigsten Versicherungen ist auch für Familien die Privathaftpflichtversicherung. Wer anderen einen Schaden zufügt, muss diesen ersetzen. Die gesetzliche Haftpflicht sieht eine in der Höhe unbegrenzte Haftung mit dem eigenen Vermögen vor. Schon eine kleine Unachtsamkeit kann schwere Sach- oder Personenschäden mit hohen Folgekosten nach sich ziehen. Ohne Versicherungsschutz führt das unter Umständen zum finanziellen Ruin. Eine Privathaftpflichtversicherung ist daher unverzichtbar. Sie übernimmt den Schaden und prüft zudem, ob Versicherte überhaupt haften müssen. Notfalls wehrt sie unberechtigte Ansprüche vor Gericht ab. Wichtige Tipps und Hinweise zur Privathaftpflichtversicherung finden Sie im „Infoblatt – Privathaftpflichtversicherung“.

Risiko Arbeitskraftverlust

Auch für Familien ist es sehr wichtig, das Risiko des Arbeitskraftverlustes abzusichern. Hierzu ist im Idealfall von den Elternteilen jeweils eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, denn eine Berufsunfähigkeit kann schwere wirtschaftliche Folgen haben. Insbesondere wenn die Person berufsunfähig wird, die den größten Teil des Familieneinkommens verdient hat, bedeutet das ein existenzielles finanzielles Risiko. Kann diese Person dauerhaft ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben, zahlt die BU eine Rente in vereinbarter Höhe. Kann keine BU abgeschlossen werden – zum Beispiel wegen des Gesundheitszustandes – oder machen die Versicherungsgesellschaften ausschließlich Angebote mit einer Prämienhöhe, die wirtschaftlich überfordern, sind eventuell andere Produkte zur Arbeitskraftabsicherung möglich und sinnvoll. Allerdings sind solche Ausweichprodukte – wie beispielsweise eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung – in ihren Leistungen deutlich schwächer als eine BU. Wichtige Hinweise finden Sie im „Infoblatt – Berufsunfähigkeitsversicherung“.

Absicherung der Eltern durch Risikolebensversicherung

Zudem ist die gegenseitige Absicherung beider Elternteile über eine Risikolebensversicherung sehr wichtig, wenn die Hinterbliebenen wirtschaftlich abhängig sind. Verstirbt die versicherte Person während der Vertragslaufzeit, zahlt die Versicherung einen vereinbarten Betrag. Der Versicherungsbeitrag richtet sich vor allem nach der Todesfallsumme, dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand und der Laufzeit. Je länger die Hinterbliebenen abgesichert sein sollen, desto höher ist die Prämie, denn mit steigendem Alter steigt das Todesfallrisiko. Bei besonderen Risiken, wie beispielsweise Rauchen oder Motorrad fahren, kann sich die Prämie weiter erhöhen. Mehr dazu im „Infoblatt – Risikolebensversicherung“.

Die Unfallversicherung kann eine wichtige Ergänzung sein

Die gesetzliche Unfallversicherung erbringt Leistungen nur bei Unfällen beispielsweise am Arbeitsplatz, auf dem Weg dorthin oder bei Berufskrankheiten. Die meisten Unfälle ereignen sich allerdings in der Freizeit. Die private Unfallversicherung kann für Familien daher eine wichtige Ergänzung sein. Sie soll in erster Linie den Kapitalbedarf sichern, der nach einem Unfall entstanden ist. So können beispielsweise nach einem Unfall mit dauerhafter körperlicher Einschränkung Umbauten des Autos oder der Wohnung nötig werden. Sie zahlt aber auch Hilfsmittel oder Therapien, die von der Krankenversicherung oder dem Sozialversicherungsträger nicht übernommen werden, sowie Haushaltshilfen oder Kinderbetreuung. Wichtigste Leistungsart ist daher die Invaliditätsleistung, deren Höhe sich nach dem Grad der Invalidität richtet. Durch die Vereinbarung einer Progression steigen die Versicherungsleistungen bei höheren Invaliditätsgraden deutlich an. Der BdV empfiehlt eine Progression von 225 bis 350 Prozent bei Vollinvalidität. Wichtige Tipps und Hinweise stehen im „Infoblatt – Unfallversicherung“.

Wenn es um das Hab und Gut geht

Wichtig für Familien ist zudem eine Hausratversicherung. Sie sichert den kompletten Hausrat ab: Unter anderem sind Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, Kleidung und Küchenutensilien sowie Schmuck, Elektrogeräte und Kleintiere im Versicherungsschutz eingeschlossen. Als Hausrat gilt auch alles, was Sie von zu Hause mitnehmen, wenn Sie verreisen. Deshalb ist sogar ein Laptop versichert, wenn er im Urlaub aus der aufgebrochenen Ferienwohnung gestohlen wird. Im Laufe der Zeit sammeln sich einige Werte an. Familien sollten ihr Hab und Gut absichern. Denn wenn es zum Beispiel bei einem Brand, Einbruch oder durch Leitungswasserschäden zerstört wird, kann die Wiederbeschaffung sehr teuer werden. Die Hausratversicherung zahlt stets so viel, dass Sie beschädigte Haushaltsgegenstände reparieren lassen oder sich Gleichwertiges neu kaufen können. Zudem übernimmt sie unter anderem auch Kosten für Aufräum- und Renovierungsarbeiten sowie Hotelzimmer, sofern diese durch den Schaden entstanden sind. Im „Infoblatt – Hausratversicherung“ sind die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengefasst.

Und die Kinder?

Ist die Familie für den Fall des Todes und der schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung der Eltern ausreichend finanziell abgesichert, steht die Versicherung der Kinder an. Auch für sie ist zumindest eine private Unfallversicherung sinnvoll. Trägt ein Kind nach einem Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung davon, kann neben dem einmaligen Aufwand für Neuanschaffungen und Umbau auch ein fortlaufender Kapitalbedarf entstehen. Die Grundsumme sollte dabei mindestens 100.000 Euro betragen. Auch hier ist eine Progression in Höhe von 225 oder 300 Prozent sinnvoll. Daneben kann die Absicherung der laufenden Kosten durch eine Invaliditätsrente empfehlenswert sein. Der BdV empfiehlt eine Rentenhöhe, die spürbar oberhalb der Sozialleistungen liegt – also mindestens 1.000 Euro monatlich. Den umfassendsten Schutz bietet jedoch grundsätzlich eine Kinderinvaliditätsversicherung, die allerdings nur noch von wenigen Versicherern angeboten wird. Sie leistet bei Invalidität, ungeachtet der Ursache. Krankheit und Unfall sind damit gleichermaßen versichert. Sie ist daher deutlich teurer als eine Unfallversicherung. Auch hier sollten Sie auf Einschränkungen im Versicherungsschutz achten.


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