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Versicherungen verstehen

Versicherungsschutz für Schulanfänger

Versicherungsschutz für Schulanfänger

 31.08.2017  Versicherungen verstehen  0 Kommentare  Bianca Boss

Bald werden wir wieder kleine Jungen und Mädchen stolz mit ihren Schultüten über die Straßen gehen sehen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für die ABC-Schützen, aber auch für die Eltern. Diese machen sich, eventuell auch aufgrund von neuen Gefahren auf dem Schulweg, Gedanken über Versicherungen. Eine Einschulung ist daher ein Anlass, die Versicherungen der Familie zu prüfen.

Eine private Unfallversicherung ist meist empfehlenswert. Zwar zahlt die gesetzliche Unfallversicherung bei bleibenden körperlichen Schäden nach einem Unfall in der Schule, auf dem Weg dorthin und wieder zurück. Damit die Kinder aber auch in der Freizeit ausreichend abgesichert sind, sollten Eltern mit einer privaten Unfallversicherung vorsorgen. Die Grundsumme sollte mindestens 100.000 Euro betragen. Sinnvoll ist auch die Vereinbarung einer moderaten Progression, um die Leistung bei erhöhter Invalidität zu steigern. Wir empfehlen eine Progression von 225 bis 350 Prozent bei Vollinvalidität. Eine Progression von 225 Prozent führt beispielsweise dazu, dass die Invaliditätssumme des 25, aber nicht 50 Prozent übersteigenden Invaliditätsgrades verdoppelt wird; der Invaliditätsgrad, der 50 Prozent übersteigt, wird verdreifacht.

Daneben kann die Absicherung der laufenden Kosten durch eine Unfallrente sinnvoll sein. Wir empfehlen eine Rentenhöhe, die spürbar oberhalb der Sozialleistungen liegt, also mindestens 1.000 Euro monatlich. Die Rente wird ab einem bestimmten Grad der Invalidität (meist 50 Prozent) gezahlt, dann aber lebenslang. Diese Einschränkung ist hinnehmbar, weil die zusätzliche Rentenzahlung für den Fall besonders schwerer Unfallfolgen gedacht ist.

Wer zusätzlich auch eine Schwerbehinderung des Kindes aufgrund von Krankheit und Unfall absichern will, kann eine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen. Doch der Versicherungsschutz ist deutlich teurer, als der einer Unfallversicherung. Allerdings ist nicht jeder Vertrag leistungsstark. Achten Sie auch auf Einschränkungen im Versicherungsschutz. Ein Abschluss sollte daher gut überlegt sein!

Unverzichtbar ist eine Privathaftpflichtversicherung für die ganze Familie - am besten ein Tarif, der auch bei Schäden zahlt, der durch deliktunfähige Kinder verursacht wurde. Daher sollten Eltern in ihren Vertrag schauen, ob dieser Fall auch mitversichert ist, denn das erspart oft unnötigen Ärger. Hintergrund: Kinder sind bis zu ihrem siebten Geburtstag nicht deliktfähig, im Straßenverkehr sogar bis zum zehnten Geburtstag. Der Geschädigte bleibt auf seinem Schaden sitzen, nämlich genau dann, wenn die Eltern auch nicht ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Um Streit mit dem Geschädigten zu vermeiden, kann man den Versicherer auffordern, dass dieser den Schaden bezahlt – aber eben nur wenn Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert sind.

Generell gilt: Die beste Versicherung für Kinder ist eine gute Absicherung der Eltern. Für beide Elternteile sollten daher unbedingt eine Risikolebens- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein.


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