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BdV in Europa

Andere Länder, andere Sitten - von wegen!

Andere Länder, andere Sitten - von wegen!

 03.03.2016  BdV in Europa  0 Kommentare  Christian Gülich

Wer glaubt, dass man sich nur in Deutschland vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrages möglichst umfassend über etwaige Prämienunterschiede informieren müsse, der irrt. Ein abschreckendes Beispiel wurde jetzt auch aus Großbritannien bekannt.

 

 

Auf der britischen Vergleichswebsite für Finanzprodukte "This is Money" wurde kürzlich ein Artikel veröffentlicht, in dem ausdrücklich vor dem Kauf von Versicherungen bei Banken gewarnt wurde. Die Jahresprämien für Kfz-, Reise- und Hausratversicherungen können dort nämlich drei Mal höher sein, als bei anderen Anbietern.

Erstes Beispiel:
Für eine kombinierte Wohngebäude- und Hausratversicherung fallen laut einer Vergleichswebsite 97,94 GBP Jahresprämie als günstigstes Angebot an (für folgende Deckung: 1 Mill. GBP für Wohngebäude und 50.000 GBP für Hausrat bei 200 GBP Selbstbehalt). Für exakt dieselbe Deckung wären bei der Santander Bank dagegen 327,26 GBP fällig.

Zweites Beispiel:
Eine kombinierte Reiseversicherung der AXA bietet folgende Deckungen für ein Ehepaar mittleren Alters: bis 1000 GBP für einen Reiserücktritt, bis 1000 GBP das Reisegepäck und bis 10 Mill. GBP für eine Auslandsreisekrankenversicherung für mehrere Reisen innerhalb eines Jahres. Je nachdem, wo die Kunden diese Police kaufen, fallen 21,25 GBP, 67,63 GBP oder sogar 148,94 GBP an Prämie an. Die Prämien können also bis zu sieben Mal höher sein, was der Kommentator zumindest "astonishing" findet. Das ist wahrlich die Kunst des britischen Understatements!

Drittes Beispiel:
Für die Kfz-Sparte wurde folgendes Beispiel gegeben (Jahresprämie für einen Kfz-Halter im Alter von Mitte dreißig, unfallfrei, auf dem Lande lebend, Kleinwagen, Jahreskilometer 7.900 Meilen, was britischer Durchschnitt sein soll): Die Jahresprämie variierte von 202,37 GBP (bei 695 GBP Selbstbehalt) bis 317,55 GBP (bei 500 GBP Selbstbehalt).

Aus diesen Beispielen folgert der Kommentator eindeutig: "For the best deal, always do your homework" (frei übersetzt: mache immer zuerst Deine Hausaufgaben, bevor Du einen Vertrag unterzeichnest). Kaufe nicht das günstigste Angebot, sondern schaue Dir exakt die angebotene Deckung an, sprich die Vertragsbedingungen. Das hört sich sehr vertraut an.

Eine britische Besonderheit besteht darüber hinaus in folgendem Ratschlag: Wer eine gute Deckung gefunden hat, soll doch zum Telefonhörer greifen, und bei dem Versicherer direkt nachfragen, ob er bereit wäre, auf den online angezeigten Preis noch einen Nachlass zu gewähren. Ob das auch hierzulande funktionieren würde?


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