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Kleinleins Klartext

Der Versicherungsfall ist eingetreten

Der Versicherungsfall ist eingetreten

 21.06.2017  Kleinleins Klartext  1 Kommentar  Axel Kleinlein

Der Versicherungsfall ist eingetreten. Das, was für mich bisher meist nur nüchtern und formal einen bestimmten Sachverhalt in einem Lebensversicherungsvertrag beschreibt, das hat für mich eine schreckliche Bedeutung gewonnen. Der Versicherungsfall ist bei meinem Mann eingetreten.

Ich denke daran, dass ich in der Vergangenheit oft bei „dem Versicherungsfall“ von einem theoretischen Konstrukt ausgegangen bin. Bei der Kapitallebensversicherung oder der Risikolebensversicherung ist der Tod der versicherten Person der eigentlich abgesicherte Versicherungsfall. Selten verschwendet man aber bei Diskussionen im politischen Raum, im Verbraucherschutz oder mit den Journalisten einen Gedanken an das, was dieser „Versicherungsfall“ bedeutet.

Der Versicherungsfall bedeutet den Tod eines Menschen. In meinem Fall eines geliebten Menschen, des geliebten Menschen. Das Thema Versicherung gewinnt eine andere Dimension. Als Trauernder, als Witwer telefoniert man mit Versicherungen. Die Gespräche, die sich dann um Versicherungen drehen, haben nun einen anderen Inhalt. Und der Tonfall, die Art der Ansprache erhält eine andere Bedeutung.

Gute Erfahrungen mit der Versicherungswirtschaft

Ich verliere meine Souveränität, ich bin in den Gesprächen kein Verbraucherschützer mehr. Aber ich freue mich über den angemessenen Umgang mit „dem Versicherungsfall“. Es ist tröstend zu spüren, dass die Kollegen in den Versicherungen anscheinend gut und respektvoll damit umgehen können. Es sind gute Erfahrungen, die ich mit der Versicherungswirtschaft mache.

Wer sich mehr theoretisch mit Versicherungen auseinandersetzt, der steht in der Gefahr, den Respekt davor zu verlieren, was sich hinter einem „Versicherungsfall“ verbirgt. Das Wort ist sehr technisch und juristisch. Auch das vielzitierte Langlebigkeitsrisiko entpuppt sich als Euphemismus. Der Begriff der „Altersvorsorge“ bekommt einen eigenartigen Beigeschmack - als könne man dafür vorsorgen, alt zu werden. Die Wörter der Versicherungswelt sind eigenartig.

Der Sinn der Versicherung

Ich bekomme in dieser Zeit einmal mehr die tiefe Überzeugung zu begreifen, wofür Versicherung eigentlich steht. Es geht darum, die existenziellen Risiken so abzusichern, dass diejenigen tatsächlich Hilfe bekommen, wenn sie sie benötigen. Versicherung hilft dann.

Natürlich vergesse ich nicht, dass es Personen gibt, die mit Lebensversicherungen Schindluder treiben. Die aus dem „legalen Betrug“ ihren Vorteil ziehen wollen. Das sind die einen Akteure im Versicherungswesen. Glücklicherweise muss ich mit denen als Trauernder aber nicht telefonieren.

Ich bin froh, dass es auch die anderen in der Versicherungswelt gibt – diejenigen mit denen man im Versicherungsfall spricht und redet. Diejenigen, die respektvoll und angemessen zeigen, dass in ihren Augen der Versicherungsfall etwas Anderes ist als nur eine formale Angelegenheit. Eben die Mitarbeiter in den Unternehmen und im Vertrieb, die einen sehr guten Job machen.

Das zeigt mir erneut, dass diese Branche wichtig ist. Dass es Sinn macht, wenn wir vom Verbraucherschutz darum kämpfen, dass diese Branche möglichst immer fair, angemessen und respektvoll mit den Kunden umgeht. Denn im Versicherungsfall kann diese Branche helfen – und das ist gut und das soll sie auch. Dafür brauchen wir Versicherungen.


Kommentare
Kommentar von Astrid Schenk am  22.06.2017 08:56
Lieber Axel, auch ich sende dir meine aufrichtige Anteilnahme und wünsche dir liebe Menschen um dich herum, die dich in dieser schweren Zeit auffangen können.
Herzlich
Astrid

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