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Kleinleins Klartext

Diverses und Sternchen im Bund der Versicherten

Diverses und Sternchen im Bund der Versicherten

 13.03.2019  Kleinleins Klartext  1 Kommentar  Axel Kleinlein

Derzeit kocht eine Diskussion richtig hoch, wenn man die Feuilletons und Kommentare der diversesten Medien liest. Auch eine Parteivorsitzende hat mit einem müden Kalauer diese Diskussion um diverse weitere Aspekte bereichert. Und wir im Bund der Versicherten hatten diese Diskussion auch schon in diversesten Gremien, unter den Mitarbeiter*innen, mit dem Aufsichtsrat und auch mit unseren Mitgliedern. Sie können schon erahnen, was ich meine: Ja, es geht um die Frage einer genderneutralen Sprache.

Wir haben uns im Bund der Versicherten schon vor einiger Zeit dafür entschieden, mit dem „*“ eine genderneutrale Sprache zu leben. Ganz ohne Reibungen ging das auch bei uns nicht vonstatten. Anders als es manchmal unterstellt wird, hatte ich persönlich damit nichts zu tun. Diese Entscheidung fiel ohne mein Zutun. Aber ich persönlich finde das richtig und gut mit dem „*“ zu schreiben. Ist doch das Sternchen die Variante, mit der nicht nur in Sachen Mann/Frau gendergerecht geschrieben wird, sondern über diesen Weg werden eben auch die unterschiedlichsten Lebensformen respektiert.

Es gab auch Murren

Intern gab es durchaus auch Murren gegen das „*“. Und das waren nicht nur Kollegen, sondern auch Kolleginnen, die sich an dem Sternchen störten und manchmal auch noch stören. Und ähnlich wie sich das in den Feuilletons auch widerspiegelt, wurde diese Diskussion auch beim BdV durchaus emotional geführt - letztlich dann auch unter den Mitgliedern (nicht „Mitglieder*innen“, da das „Mitglied“ ja Neutrum ist). In der letzten Mitgliederversammlung gab es dann auch tatsächlich einen Tagesordnungspunkt dazu. Und da wurde dann diskutiert und schließlich abgestimmt. Das Ergebnis: Der BdV soll, will und wird mit dem „*“ eine genderneutrale Sprache pflegen. Ich bin stolz darauf, dass unsere Mitglieder diese Entscheidung gefällt haben.

Genderneutrale Sprache sensibilisiert

Auch wenn ich ein grauhaariger Mann bin, so bekomme ich doch mit, wie wichtig es ist, mittels Sprache daran mitzuarbeiten, dass die Vielfältigkeit der Lebensformen respektiert wird. Das kann zum Beispiel in kleinen Nebengesprächen mit Kolleg*innen aus der Versicherungswelt am Rande einer Konferenz passieren, wenn dort chauvinistische Zoten gerissen werden. Einmal musste ich aber auch einen Bundesminister beim Häppchenessen davon abhalten, einen geschmacklosen Schwulenwitz zu erzählen. Schön ist das nicht. Und eine genderneutrale Sprache sensibilisiert dafür, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen.

Auch im BdV arbeiten wir noch weiterhin täglich daran, mit dem „*“ richtig umzugehen. Was allen Kolleg*innen hilft, ist dabei zum Beispiel ein „Wörterbuch“, in dem wir für diverse gängige Begriffe aus der Versicherungswelt geschlechtsneutrale Synonyme zusammengesammelt haben. Und immer öfter geht einem dann die geschlechterneutrale Sprache als selbstverständlich über die Lippen und die Tasten.

Wir sind nicht alleine

Wir sind aber nicht alleine in der Versicherungswelt mit einem solchen Ansatz. Die Swiss Re, kein unbedeutender Rückversicherer, geht und handelt in eine ähnliche Richtung. Während das Unternehmen selbst recht stolz auf die eigene Zielsetzung ist, wird das von Branchenbeobachtern in der „VW-Redaktion“ zuweilen kritisch gesehen. Da bin ich dann doch mal klar auf Seiten dieses Versicherungsunternehmens und möchte die Swiss Re darin bestärken, diesen Weg weiterzugehen.

PS: Ach ja, und das „divers“ ist zwar ungewohnt, aber dann doch mittlerweile zwingend vorgeschrieben in Stellenausschreibungen. Einer befreundeten Verbraucherzentrale flatterte unlängst eine Abmahnung wegen des fehlenden „d“ ins Haus…

 


Kommentare
Kommentar von Hans Hauser  am  14.03.2019 11:39
Ich finde das Lesen dieser Texte sehr anstrengend und frage mich, wie diese Sternchenworte auch genderneutral vorgelesen werden können. Wenn es aber weiterhilft, sollte der BDV doch bitte auch die eigenen rechtlichen Hinweise und Kommentarrichtlinien etc. unter dem Genderaspekt betrachten ;-)
Antwort von  am  18.03.2019 08:45

Hallo Herr Hauser, wo Sie recht haben, haben Sie recht. Danke für Ihren Hinweis. Wir werden die Texte entsprechend anschauen und anpassen. Auch wir üben mitunter das Gendern noch.

Das BdV-Team

 


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