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Versicherungen verstehen

Zusatzgeschenk zu Weihnachten: So sinnvoll sind Ticketversicherungen

Zusatzgeschenk zu Weihnachten: So sinnvoll sind Ticketversicherungen

 14.12.2022  Versicherungen verstehen  0 Kommentare  Anja Hardekopf

© Aditya Chinchure / Unsplash

Robbie Williams, Roland Kaiser, die drei Fragezeichen – was habe ich in den letzten Monaten an Tickets gekauft?! Vielen anderen wird es jetzt in der Vorweihnachtszeit ähnlich gehen, sind doch Konzerte oder Musicals immer wunderbare Geschenkideen. Da die Events aber meistens kostspielig sind und zudem noch ein paar Monate auf sich warten lassen – Vorfreude ist ja schließlich die schönste Freude – überlegt man am Ende des Bestellvorgangs vielleicht doch, ob es nicht sinnvoll sein könnte, die zusätzlich angebotene Ticketversicherung abzuschließen. Teuer ist der Vertrag schließlich nicht.

Die Ticketversicherung – sinnvolles Angebot oder überflüssiger Zusatz?

Der Nutzen einer Ticketversicherung ist mehr als fraglich.

Die Ticketversicherung für Karten u. a. zu Konzerten und Sportveranstaltungen greift nur bei schwerwiegenden Vorfällen wie schweren Unfallverletzungen, unerwartet schweren Erkrankungen oder erheblichen Schäden am Eigentum z. B. durch Brand.

Absagen oder Verschiebungen der Konzerte durch den Veranstalter sind dagegen nicht versichert. Das Gleiche gilt auch, wenn das Konzert infolge von Wirtschafts-, Handels- oder Finanzsanktionen oder Ähnlichem nicht stattfindet bzw. Ticketinhaber*innen dadurch nicht teilnehmen können. Außerdem werden mögliche Anreise- und Übernachtungskosten im Zusammenhang mit der gebuchten Veranstaltung in gar keinem Fall übernommen. Wer auch die absichern will, braucht eine zweite Police – oft mit ebenfalls unzureichenden Bedingungen.

Ticketversicherungen waren bereits Kandidat für den Versicherungskäse des Jahres, den der BdV jedes Jahr als Preis für das schlechteste Versicherungsprodukt verleiht – allein diese Tatsache zeigt schon, wie sinnvoll sie sind.

Eine Ausnahme gibt es

Es gibt Ticketversicherungen, die auch leisten, wenn Ticketbesitzer*innen die Veranstaltung wegen unverschuldet verspäteter Anreise um mehr als drei Stunden versäumen. Dieser Fall ist aber eher selten, dafür eine Versicherung abzuschließen, ist eher nicht ratsam.

Wer Freund*innen hat, braucht den Vertrag nicht

Eine Ticketversicherung kommt nur für Menschen in Betracht, die weder einen Freundeskreis noch einen Internetzugang besitzen. Wer teure Karten für ein Konzert gekauft hat und dann nicht hingehen kann, wird auf jeden Fall Abnehmer*innen dafür finden. Zum Normalpreis dürfen viele Konzertkarten bei Verkaufsplattformen angeboten werden, normalerweise findet man aber im näheren Umfeld auch immer jemanden, der einspringen kann.

Ich hätte z. B. mein Robbie Williams-Ticket für die Elbphilharmonie an mindestens 30 Leute weitergeben können – nicht nur aus gesundheitlichen Gründen bin ich aber froh, dass ich keinen Ersatz suchen musste. ;-) Hierfür braucht es keine extra Versicherungspolice!

Weitere unsinnige Versicherungen, die niemand braucht, finden Sie hier.